Lektionen 2008

Ein Jahr ist bald wieder vor rüber, ein Neues kommt.
Ich versuche dieses Jahr, noch einmal zu durchlaufen, um zu verstehen, zu schmunzeln und zu verbessern. Mein Jahr fing mit meinem bisher größten Abenteuer an – Nepal. Es würde nun zu lange dauern, dieses Erlebnis auch nur kurz zu umreißen. So viel durfte ich sehen, lernen und verstehen. Doch eine, der wichtigsten Lektionen dieses Jahres begriff ich erst viel später ...

Nach Nepal trat eine kleine post-travelling-depression ein. Ich kam heim, alles war wie immer, nichts hatte sich wirklich verändert –doch eins war sehr wohl anders. Schatten der Vergangenheit holten mich wieder ein. Das ganze Jahr hinweg konnte ich vor schmerzhaften Erinnerungen fliehen, mich verstecken, neue Erfahrungen und Erinnerungen anschaffen um die alten zu vergessen– davon laufen halt (eins der Dinge, die ich am Besten beherrsche). Doch plötzlich ohne Vorwarnung fielen alle meine alten Probleme, Ängste und Sorgen über mich her und drohten mich in der Luft zu zerreißen...
Meine ganze Umgebung steckte in ihrem typischen Lebensrhythmus. Ich war aus meinem gerade heraus gerissen worden und tat mir schwer wieder in den österreichischen Lauf der Dinge hinein zu finden. Jeder hatte sein Alltagsleben, doch da passte ich nicht hinein, ja wollte nicht hinein passen. Ich hatte keine Aufgabe, keine Tätigkeit, keinen Sinn. Ich war so verloren und verzweifelt, Ängste und Furcht quälte mich.
Wer bin ich denn nun wirklich? Was will ich nun mit meinem Leben machen? Was will ich überhaupt? Was ist der Sinn dieses (meines) Lebens? Warum ich? Warum bin ich hier und nirgendwo anders? Wer ist Gott und wo finde ich ihn? Brauche ich den überhaupt? Wie, wo und wann finde ich zu mir? Was ist Glück? Kann ich jemals glücklich sein? Und nochmals wer bin ich und was will ich...?
Auch nach meiner geographisch weit ausgedehnten Suche, sah ich mich den Antworten meiner unzähligen Fragen kein Stück näher. Im Gegenteil – ich konnte bis ans Ende der Welt fahren, doch da war nichts, ich konnte auf den höchsten Berg kraxeln, doch fand nichts, ich konnte mir die Seele aus dem Leib schreien und hörte nichts.
Nun habe ich begriffen, dass ich meine Antworten nicht (unbedingt) in anderen Kulturen, Ländern und Religionen dieser Welt finden kann und muss... Vieles liegt viel näher als wir glauben; vieles ist viel leichter, als es zu sein scheint; vieles ist bereits da und wird immer für uns da sein. So vieles habe ich erst später verstanden. So viele Sachen werden mir erst nach und nach bewusst...

Ängste und Sorgen erwiesen sich als unbegründet, ja sogar lächerlich und lösten sich in Luft auf.
Die meisten Dinge in unserem Leben erscheinen momentan schwer, viel schwerer als sie tatsächlich sein mögen, doch verstreicht etwas Zeit, lösen sich die meisten Knoten von selbst.
Man macht sich meist unnötig das Leben schwer, es scheint so als würden wir Gefallen daran finden, uns Steine in den Weg zu legen. Dabei ist vieles mit gewissem Abstand betrachtet längst nicht so verkorkst, wie wir es glauben.
Reflexion, Zeit und Vertrauen helfen, auch wenn wir das immer wieder vergessen...

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